Symphysenschmerzen in der Schwangerschaft: Das kannst du dagegen tun

Symphysenschmerzen
Symphysenschmerzen treten vermehrt in der Schwangerschaft auf

Übelkeit, Müdigkeit, Heißhunger und Rückenschmerzen – das sind alles Nebenwirkungen, die man von einer Schwangerschaft kennt. Aber Symphysenschmerzen? Davon hatte ich noch nie gehört!

Meine erste Schwangerschaft war absolut traumhaft – nun ja, zumindest bis zum Ende des zweiten Trimesters. Denn ab da verspürte ich plötzlich diese Schmerzen, die einfach nicht weggehen wollten: Ich hatte starke Schmerzen in der Leiste. Oft kam es mir so vor, als ob mein Becken auseinanderspringt. 

Am schlimmsten war es, wenn ich nach längerem Sitzen aufstehen wollte oder nachts beim Drehen. Und natürlich beim Treppensteigen – das dauerte bei mir dann meist doppelt so lange.

Nach Rücksprache mit meiner Hebamme meinte diese dann: Sie haben sicherlich eine Symphysenlockerung und daher die Symphysenschmerzen. 

Das Ganze habe ich dann natürlich erstmal gegoogelt. Schließlich hatte ich keinen Schimmer, was diese Symphyse ist und vor allem wollte ich wissen, woher genau die Schmerzen kamen und was ich alles dagegen tun kann. 

Die Symphyse ist für die Verbindung der beiden Beckenhälften verantwortlich. In der Schwangerschaft sorgen Hormone allerdings dafür, dass die Knorpel, Sehnen und Bänder im Becken weicher werden – dadurch wird das Becken erweitert. Das Ganze dient zur Vorbereitung auf die anstehende Geburt. 

Alles schön und gut. Aber: Durch diese Erweiterung des Beckens kann es zu einer schmerzhaften Verschiebung der Beckenknochen kommen. Das wird meist auch Symphysenlockerung genannt. Bei den Symphysenschmerzen entstehen dann durch Bewegung Zugkräfte an der Knochenhaut, die äußerst empfindlich ist.

 

Symphysenlockerung

Welche Arten von Schmerzen können auftreten?

Symphysenschmerzen in der Schwangerschaft werden von den meisten Frauen folgendermaßen beschrieben: 

….. ziehende Schmerzen im Beckenbereich/Leistenbereich……

…..Schmerzen beim Treppensteigen, Gehen und Schuhe Anziehen…….

…….stechender Schmerz im Schambereich…….

…….Schmerzen bei ruckartigen Bewegungen…….

……Schmerzen beim nächtlichen Drehen……..

…..Schmerzen, als ob Becken auseinanderbricht……


Bei manchen Schwangeren sind die Schmerzen derart stark, dass sie in ihrem Alltag eingeschränkt sind.

Übrigens: Bei fast 10 Prozent aller schwangeren Frauen treten Symphysenschmerzen auf.

Das kannst du gegen die Symphysenschmerzen tun

Die Reaktion meiner Frauenärztin auf meine Schilderung der Symphysenschmerzen war leider sehr nüchtern. Ihre Aussage war in etwa sowas wie “Das ist halt leider so, da müssen Sie jetzt durch”. 

Wie du dir denken kannst, war ich nicht sehr begeistert. Aus diesem Grund habe ich mich dann selber schlau gemacht und auch nochmal mit meiner Hebamme gesprochen. 

Das kannst du tun, um deine Symphysenschmerzen zu lindern: 

1. schonende Bewegungen

Na gut, das klingt jetzt natürlich sehr logisch. Aber wenn man sich erstmal vornimmt, sich im Alltag wirklich zu schonen und sich das immer wieder bewusst macht, dann ist das schon mal sehr hilfreich. 

Folgendes solltest du (wenn möglich) vermeiden:

  • ruckartige Bewegungen
  • Springen
  • Schneidersitz
  • zu schweres Heben
  • einseitige Bewegungen (z.B. Anheben von nur einem Bein)
  • Treppensteigen (wenn unvermeidbar, dann sehr langsam und schrittweise)

2. Stillkissen bei Symphysenschmerzen

Das Stillkissen hat bei mir wahre Wunder gewirkt. Im Nachhinein bereue ich es, mir ein Stillkissen nicht bereits zu Beginn der Schwangerschaft geholt zu haben. Das Stillkissen wirkt insbesondere Nachts beim Schlafen gegen die Symphysenschmerzen.

Am besten legst du dich auf die Seite und positionierst das Stillkissen zwischen die Knie. Du wirst sofort einen Unterschied merken. Das Kissen schmiegt sich sehr vorteilhaft an deinen Körper an.

Falls du noch kein Stillkissen hast, kann ich dir das Stillkissen von Niimo* wärmstens empfehlen. In meiner zweiten Schwangerschaft war es bei mir nicht mehr weg zu denken. 

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3. Beckengurt bei Symphysenschmerzen

In den meisten Fällen wird der schwangeren Frau ein Beckengurt, auch Symphysengürtel genannt, empfohlen. Dieser hilft dabei, die Symphyse zu stabilisieren und wirkt durch seine Stütze entlastend auf den Beckenbereich.

Und keine Sorge: Der Beckengurt schadet deinem ungeborenen Kind nicht.

4. Physiotherapie, Massagen und Akupunktur

Wenn die bereits genannten Maßnahmen nicht die gewünschte Schmerzlinderung verschaffen, kann manchmal auch Physiotherapie, spezielle Massagen oder Akupunktur sehr hilfreich gegen Symphysenschmerzen sein.

Hierzu ist allerdings die Rücksprache mit deiner Ärztin oder Hebamme notwendig. Zusammen kann dann entschieden werden, welche Maßnahme am besten für dich geeignet ist.

Welche Auswirkungen haben Symphysenschmerzen auf die Geburt?

Während der Geburt weitet sich die Symphyse weiter aus – das bedeutet, dass es für die Gebärende zu starken Schmerzen kommen kann. 

Einen großen Einfluss auf die Schmerzen kann hier die Geburtsposition haben. Nicht sehr optimal ist die Rückenlage mit gespreizten Beinen. Am besten eignet sich dahingegen die Seitenlage mit einem Kissen zwischen den Beinen. Das kann die Schmerzen lindern, da die Symphyse hierbei am wenigsten belastet wird.

Gerade bei der Geburt ist es ganz wichtig, mit der anwesenden Hebamme zu kommunizieren und ihr zu vertrauen. Sie kann dir am besten zur Seite stehen und wird dir helfen, die Position zu finden, die für dich am angenehmsten  ist. 

Lesetipp: Meine zweite Schwangerschaft bin ich viel bewusster angegangen und habe Hebamme und Ärztin mehr vertraut. Dadurch hatte ich eine schöne und auch weniger schmerzhafte Geburt. Mehr dazu kannst du gerne in meinem Geburtsbericht lesen.

Wie sieht es mit den Symphysenschmerzen nach der Geburt aus?

Nach der Geburt wirst du nicht sofort beschwerdefrei sein. Die Symphysenschmerzen können sich noch eine Zeit lang bemerkbar machen. In der Regel verschwinden sie nach einigen Wochen wieder. Sollte dies allerdings nicht der Fall sein, ist es hier ratsam ärztliche Hilfe aufzusuchen.

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